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Phishing 2.0: Wenn die perfekte E-Mail vom Angreifer kommt

28.10.2026

Phishing 2.0: Wenn die perfekte E-Mail vom Angreifer kommt

Rechtschreibfehler, ungewöhnliche Formulierungen oder eine unpersönliche Anrede: Lange galten solche Merkmale als typische Warnzeichen für Phishing-Mails. Doch durch künstliche Intelligenz verändert sich die Situation. Betrügerische Nachrichten können professioneller formuliert und in größerem Umfang erstellt werden. Für Unternehmen stellt sich deshalb zunehmend die Frage: Woran erkennt man eine Phishing-Mail, wenn sie auf den ersten Blick völlig glaubwürdig wirkt?

 

KI verändert Phishing

Das Prinzip hinter Phishing ist nicht neu. Angreifer versuchen, Empfänger mit gefälschten Nachrichten zu täuschen und sie beispielsweise zur Preisgabe von Zugangsdaten oder anderen sensiblen Informationen zu bewegen.

Neu sind jedoch die Möglichkeiten, die generative KI eröffnet. Im Microsoft Digital Defense Report 2026 beschreibt Microsoft, dass KI die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit von Cyberangriffen erhöht und gleichzeitig die Kosten für komplexere Angriffe senken kann. Phishing, Identitätsmissbrauch und Social Engineering bleiben dabei wichtige Angriffswege.

Damit fällt ein Warnsignal zunehmend weg: Eine Phishing-Mail muss sprachlich nicht mehr schlecht sein. Texte können professionell klingen und glaubwürdig aufgebaut sein. Das macht es schwieriger, allein anhand des Inhalts zwischen einer echten und einer gefälschten Nachricht zu unterscheiden.

 

Der Mensch bleibt ein wichtiges Ziel

Gerade Social Engineering setzt dort an, wo technische Sicherheit allein nicht ausreicht: beim Menschen. Eine vermeintliche Nachricht eines Kollegen, Geschäftspartners oder Vorgesetzten kann zunächst vollkommen plausibel wirken.

Zusätzliche Informationen können Angreifer dabei aus öffentlich zugänglichen Quellen gewinnen. Gerade auf LinkedIn finden sich häufig Angaben zu Positionen, Unternehmen, beruflichen Kontakten oder aktuellen Tätigkeiten. Solche Informationen können genutzt werden, um Phishing-Nachrichten gezielter auf eine Person oder ein Unternehmen zuzuschneiden. Eine Mail kann dadurch beispielsweise einen bekannten Namen, eine passende Funktion oder einen glaubwürdigen geschäftlichen Zusammenhang aufgreifen.

Deshalb reicht die bekannte Empfehlung, nur auf Rechtschreibfehler oder merkwürdige Formulierungen zu achten, längst nicht mehr aus. Mitarbeitende sollten vor allem bei unerwarteten oder ungewöhnlichen Anfragen aufmerksam werden. Besondere Vorsicht ist beispielsweise geboten, wenn plötzlich Zugangsdaten verlangt werden oder eine sensible Aktion unter hohem Zeitdruck ausgeführt werden soll.

 

Phishing-Schutz muss mehrere Ebenen abdecken

Unternehmen sollten sich nicht auf eine einzelne Sicherheitsmaßnahme verlassen. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Schutzmechanismen.

Dazu gehören beispielsweise moderne E-Mail-Security, starke Authentifizierungsverfahren und regelmäßige Security-Awareness-Maßnahmen für Mitarbeitende. Microsoft nennt unter anderem phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung sowie Passkeys als relevante Maßnahmen zum Schutz digitaler Identitäten.

Gleichzeitig können klare interne Abläufe helfen. Bei einer unerwarteten sensiblen Anfrage kann es beispielsweise sinnvoll sein, die Identität des Absenders über einen bereits bekannten, unabhängigen Kommunikationsweg zu überprüfen.

 

KI ist nicht nur eine Gefahr

Künstliche Intelligenz verändert jedoch nicht nur die Möglichkeiten der Angreifer. Auch auf der Verteidigungsseite kommt KI zum Einsatz. Sie kann Sicherheitssysteme dabei unterstützen, große Datenmengen zu analysieren, Auffälligkeiten schneller zu erkennen und Sicherheitsverantwortliche bei der Reaktion auf Bedrohungen zu unterstützen.

Es entsteht somit ein technologisches Wettrennen: Während Cyberkriminelle neue Möglichkeiten nutzen, müssen sich auch die Schutzmaßnahmen von Unternehmen weiterentwickeln.

 

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