FortiBleed zeigt: Die größte Sicherheitslücke sitzt oft nicht in der Software
24.06.2026
Cyberkriminelle müssen nicht immer neue Sicherheitslücken entdecken, um erfolgreich zu sein. Die aktuell unter dem Namen FortiBleed bekannte Angriffswelle beweist, dass oft bereits gestohlene Zugangsdaten ausreichen, um tausende Unternehmensnetzwerke zu gefährden.
Sicherheitsforscher haben eine umfangreiche Sammlung kompromittierter Zugangsdaten für Fortinet Firewalls und VPN Systeme entdeckt. Schätzungen zufolge sind weltweit zehntausende öffentlich erreichbare Geräte betroffen. Besonders brisant: Die Angreifer nutzen keine neue Schwachstelle aus, sondern setzen auf bekannte Passwörter, die nie geändert wurden oder bereits in früheren Sicherheitsvorfällen kompromittiert wurden.
Wie funktioniert der Angriff?
Die Vorgehensweise der Täter ist simpel, aber sehr effektiv. Automatisierte Systeme durchsuchen das Internet nach erreichbaren Fortinet Geräten mit offen zugänglichen Verwaltungsoberflächen. Anschließend werden diese Systeme mit vorhandenen Zugangsdatenlisten abgeglichen.
Gelingt die Anmeldung, erhalten die Angreifer Zugriff auf die Firewall oder das VPN Gateway. Von dort aus können sie Netzwerkverkehr überwachen, weitere Zugangsdaten sammeln und ihre Reichweite innerhalb der betroffenen IT Umgebung ausbauen.
Dieser Kreislauf führt dazu, dass immer mehr kompromittierte Anmeldedaten in Umlauf geraten und weitere Unternehmen betroffen sein können.
Warum alte Passwörter zum Risiko werden
Ein zentraler Faktor hinter dem Erfolg der Kampagne ist die Wiederverwendung von Zugangsdaten. Viele Organisationen aktualisieren Administratorpasswörter nur selten. Selbst nach Firmware Updates bleiben ältere Passwortinformationen teilweise bestehen, wenn keine erneute Anmeldung erfolgt.
Dadurch können Angreifer auch Jahre alte Datensätze weiterhin erfolgreich einsetzen. Besonders kritisch wird dies bei Geräten, die direkt aus dem Internet erreichbar sind und keinen zusätzlichen Schutzmechanismus wie Multi Faktor Authentifizierung nutzen.
Die Folgen für Unternehmen
Ein erfolgreicher Zugriff auf eine Firewall eröffnet Angreifern weit mehr Möglichkeiten als den Blick auf einzelne Systeme. Die Firewall bildet häufig das zentrale Tor zwischen Unternehmensnetzwerk und Internet.
Nach einer Kompromittierung können Cyberkriminelle:
Besonders betroffen sind laut den aktuellen Untersuchungen Unternehmen aus den Bereichen IT, Telekommunikation und Industrie. Auch Betreiber kritischer Infrastruktur stehen im Fokus der Angreifer.
Welche Maßnahmen jetzt wichtig sind
Unternehmen sollten die aktuelle Berichterstattung zum Anlass nehmen, ihre Sicherheitsstrategie zu überprüfen. Folgende Maßnahmen reduzieren das Risiko deutlich:
Die Absicherung von Firewalls, VPN Zugängen und kritischen Netzwerkkomponenten erfordert eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie. byon unterstützt Unternehmen dabei, moderne Security Konzepte umzusetzen, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre digitale Infrastruktur nachhaltig zu schützen. So werden aus potenziellen Einfallstoren wieder sichere Grenzen für Ihr Unternehmensnetzwerk.